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Schocken für den guten Zweck

Mitspieler beim Schocken für den guten ZweckViele Leute, die schon in der Kneipe waren, kennen das Spiel sicherlich. Man hat einen Becher, drei Würfel und versucht, am besten drei Einsen zu würfeln, um das Spiel zu gewinnen bzw. eine andere Person verlieren zu sehen. Der Verlierer zahlt für alle Mitspieler, meist geht es um Bier.

Weil dieses Spiel uns so viel Spaß gemacht hat, wollten wir es nicht nur in der Kneipe spielen, sondern auch zu Hause, im Zug, im Fanbus usw. Nur wäre es schon etwas langweilig, wenn man um nichts spielen würde, und deswegen waren wir begeistert, als eine Freundin vorschlug, um Geld zu spielen und die Gewinne dann einfach zu spenden. Damit war die Idee für „Schocken für den guten Zweck“ (#sfdgz) geboren.

Es funktioniert eigentlich ganz einfach: Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir pro Mitspieler 50 Cent zahlen. Der Verlierer in einer Sechserrunde spendet somit drei Euro. Man spielt dann natürlich mehrere Runden, so dass an einem Abend etwas Geld zusammenkommen kann. Dann sucht man sich eine Organisation aus, die das Geld gebrauchen kann.

Auch kleine Summen können helfen

Die größte Summe haben wir bisher auf einer internationalen Fahrt mit Borussia nach Italien gesammelt. Wir waren mit acht Leuten rund drei Tage unterwegs und hatten am Ende der Fahrt rund 300 Euro „erschockt“. Das Geld ging an die Neven-Subotic-Stiftung. Seitdem haben wir schon für viele weitere Organisationen Geld gesammelt, auch wenn meistens deutlich kleinere Summen zusammengekommen sind. Aber wenn es auch nur 20 oder 40 Euro sind, kann es den anderen helfen. Das Gast-Haus, bodo, das Kinderpalliativzentrum in Datteln, das Lebenszentrum in Unna-Königsborn, die Seebrücke oder die Bahnhofsmission durften sich so schon über kleine Zuwendungen freuen.

Mit Corona ist alles komplizierter geworden. Man kann sich nicht mehr mit Freunden treffen, um am Wochenende gemeinsam etwas zu unternehmen. Da wir uns vermissen und trotzdem sehen wollen, machen wir fast täglich Videokonferenzen und haben uns überlegt, dass wir trotzdem schocken können. Jeder von uns hat zu Hause einen Schockbecher mit den Würfeln und dank der Videoüberwachung, die wir uns auferlegt haben, kann man ganz genau sehen, was man gewürfelt hat.

Diese Vorgehensweise hat viele Vorteile – man sitzt nicht mit sechs bis sieben Leuten in einem Raum und geht damit kein zusätzliches Risiko ein, jemanden anzustecken, sieht sich allerdings trotzdem, hat weiterhin seinen Spaß und tut noch was Gutes für die Menschen, denen es nicht so gut geht und die jetzt Hilfe brauchen. Ich denke, dass es für viele durchaus möglich wäre, unserem Beispiel zu folgen, um dann im eigenen Freundeskreis per Videokonferenz zu schocken – bis man wieder ganz normal mit Bechern, Würfeln und ein paar Bierchen um einen Tisch sitzen kann.

Von Alexey

Erschienen im Mai 2020 im Sonderheft des bodo Strassenmagazins: 100 SEITEN BORUSSIA | SONDERHEFT ZUGUNSTEN DES STRASSENMAGAZINS

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